Yoga

Was bedeutet die Geste Namaste in der alltäglichen Yoga-Praxis?

Das Ausführen von der traditionellen tibetischen und indischen Grußgeste Namaste praktizieren Sie gleichzeitig im Yoga, wenn Sie natürlich die Bedeutung von dieser Geste verstehen.

Warum beginnt die Yoga-Praxis mit der Grußgeste Namaste?

Das ist eine Konzentrationsmethode. Füße zusammen. Handflächen zusammen. Ihr Körper ist zentriert – dies bewirkt, dass das Bewusstsein ins Gleichgewicht kommt. Der Geist beruhigt sich und Sie sind bereit, bewusst die Yoga-Praxis auszuführen.

Dies hilft, einen meditativen Zustand „zu aktivieren“. Hände vor der Brust und Verbeugung; jede Verbeugung hat eine beruhigende Wirkung auf physiologischer Ebene.

Der Hormonzustand ändert sich: Stimulation des Nervensystems und Aktivität wechseln zur Beruhigung und Betrachtung.

Dies ist eine Geste der Demut. Demut ist eine starke spirituelle Praxis; das Wesentliche dieser Praxis ist das Zügeln des Egos. Man platzt nicht mehr vor Stolz, man ist nicht mehr geldgierig, man hat keinen Durst nach Ruhm. Der Mensch wirft die Rahmen ab, die der Egoismus auf ihn auferlegt hat.

Symbolisch beudeutet die Geste Namaste vollständige Demut und die Hingabe zu Gott. Haben Sie jemals daran gedacht, wieso sich die westlichen Menschen mit gefalteten Händen an Gott wenden, und die östlichen zu einander? Die westliche Kultur trennt den Menschen von Gott ab, und die östliche findet im Gegenteil den Allmächtigen in allem.

Die klassische Übersetzung von Namaste lautet: „Ich grüße den Gott in dir“. „Namas“ beudetet Verbeugung und „te“ – dir. Gleichzeitig heißt „Na-Mas“ nicht meins. Zusammen mit den Händen vor dem Herz bedeutet es: alles was ich habe, ist nicht meins, ich bin bereit, es an den Gott zu geben, der auch in dir ist. Verstehen Sie, was es bedeutet, wenn man es aufrichtig macht? Das heißt, dass Sie bereit sind, bei jeder Begrüßung alles herzugeben, wenn man Sie darum bitten würde.

Dabei können Sie etwas verlieren, gleichzeitig finden Sie aber mehr – Sie werden entspannt und glücklich. Wie geschieht das? Sie gewöhnen sich daran, zu denken, dass alles nicht Ihres ist und hören auf, sich Sorgen zu machen, dass Sie etwas verlieren könnten. Sie kritisieren nicht Ihre Frau für ein paar Kratzer am Auto. Sie streiten nicht mit Ihrem Mann, weil er ein neues Auto kaufen möchte. Die materiellen Werte existieren für Sie nicht mehr.

Sie fragen sich vielleicht: Soll ich jetzt in einer Höhle leben und barfuß laufen? Natürlich nicht. Sie nehmen all die guten Dinge des Lebens an, müssen aber nicht mehr durch diese Dinge leiden. Stellen Sie sich nur vor, was das für eine Erleichterung für Ihr Nervensystem sein könnte.

Ähnliche Grußgeste gibt es auch in anderen Kulturen.  In der alten russischen Grußgeste legt man die Hand aufs Herz und macht eine Verbeugung bis zum Boden. Es zeigt eine vollkommene Demut,   Bereitschaft zum vollen Engagement, das vom Herzen kommt.

Wie führt man die Namaste-Geste richtig aus?

Bei der Begrüßung einem Gleichgestellten ist es in der indischen Tradition üblich, die Hände vor der Brust zusammen zulegen (vom Herzen kommend). Bei der Begrüßung einer wichtigen Person oder Lehrer legt man die Hände vor dem Gesicht zusammen (so zeigen Sie dieser Person, dass Sie sich mit dem Körper, Herz und Verstand vor dieser Person verneigen). Wenn Sie einen Guru oder Gott begrüßen, sollten Sie die Hände über dem Kopf zusammenlegen, um die Hingabe auf allen Ebenen des Seins zu machen.

 

Quelle: OUM.RU