Yoga

Yoga-Stile

Oft werde ich gefragt, welchen Yoga-Stil ich unterrichte…

Ich unterrichte Hatha Yoga, das sehr geprägt von Iyengar Yoga Methode ist, und baue gerne Vinyasa Yoga Elemente mit ein.

Hatha Yoga

Hierbei handelt es sich eigentlich um den Überbegriff für ALLE Yoga Stile, die die körperliche Praxis bevorzugen. Die Sanskrit-Bedeutung von „ha“ ist Sonne und von „tha“ Mond – Ergänzung und Gegensatz.

Eine Reihe von Yoga Haltungen werden eingenommen, um deinen Körper, deine Muskulatur und deinen Geist zu stärken und auszurichten.

Hatha Yoga Kurse fallen, je nach Lehrer und Studio unterschiedlich aus. Du wirst eine Mischung aus kräftigenden, entspannenden Körperübungen und verschiedenen Meditations- und Atemübungen erleben. Dabei kannst du dich in einen ausgeglicheneren und stärkeren Menschen verwandeln. Eine gute Möglichkeit für Anfänger, sich mit dem Yoga und seinen Effekten bekannt zu machen.

Iyengar Yoga

Dieser Stil wurde von B.K.S. Iyengar entwickelt. 

Für detailorientierte Yogis wegen der Fokussierung auf Ausrichtung, Anatomie und Bewegung. Die Praxis legt den Fokus auf die strukturelle Ausrichtung jeder Haltung. Asanas werden teilweise minutenlang gehalten, um das Gleichgewicht zu finden und Körper und Geist zu vereinen, zu entspannen und zu atmen. Oft werden „Props“ in Form von Blöcken, Decken, Stühlen und Schlingen eingesetzt. Gut gegen Verspannungen, Nacken- und Rückenprobleme, lindert auch Angst und Müdigkeit. Ein idealer Yoga-Stil auch für Anfänger. 

Ashtanga Yoga

Populär wurde dieser Stil in den 1940er Jahren durch K. Pattabhi Jois und basiert auf der „Yoga Korunta“.

Für Yogis, die die Herausforderung suchen, gibt es hier genaue Anweisungen, wie und in welcher Reihenfolge die Körper- und Atemübungen ausgeführt werden sollen.

Dieser Stil zielt darauf ab, Atmung und Bewegung zu synchronisieren, um eine innere Hitze zur Reinheit des Körpers zu erzeugen. Es braucht schon etwas Geduld und viel Übung, um alle Posen in den Ashtanga-Sequenzen zu perfektionieren. Die festgelegten Serien werden oft in Sanskrit gelehrt. Wer geduldig mehrmals pro Woche übt, wird mit einem wohlproportioniertem Körper belohnt und ausgeglichener sein.

Vinyasa Yoga

Der „Vater des modernen Yoga“, T. Krishnamacharya, gilt als Wegbereiter des Vinyasa Yoga. Vinyasa ist ein Begriff für eine ganze Reihe von Yoga-Stilen. Er beschreibt Klassen mit fließender Bewegung – fast tanzartig – verbunden mit dem Atem. Der Schwerpunkt liegt auf der Verknüpfung jeder Haltung mit Aus- oder Einatmung.

Eine körperlich herausfordernde und ständig wechselnde Praxis. Baut schöne schlanke Muskeln auf und beruhigt und reinigt Geist und Körper.

Nicht gleich aufgeben, wenn die erste Stunde nicht zu dir passt. Es gibt viele verschiedene Vinyasa-Stile und bestimmt auch einen für dich.

Eignet sich besonders für erfahrene Yogis.

 

 

Sivananda Yoga

Swami Sivananda ist der Vater des Sivananda Yoga. Bei dem von Swami Sivananda empfohlenen und vorgelebten Yogaweg handelt es sich um den Yoga der Synthese, das die vier Hauptwege Karma-Yoga, Bhakti-Yoga, Jnana-Yoga und Raja-Yoga umfasst, wobei letzterer Kundalini- und Hatha-Yoga einschließt.

Der Aphorismus, der das Wesen des Sivananda Yoga wohl am besten zum Ausdruck bringt, besagt: „Diene, liebe, gib, reinige dich, meditiere und verwirkliche“.

Anusara Yoga

Wurde Ende der 90er-Jahre in den USA von John Friend gegründet und umfasst über 250 Asanas. Dieser Yoga-Stil eignet sich gut für dich, wenn du eine positive und unbeschwerte Umgebung suchst und eine emotionale Yoga-Erfahrung machen willst.

Basierend auf Iyengar Yoga gibt es während der Stunden präzise Anleitungen um deine Haltungen auszurichten. Diese werden von innen heraus aufgebaut und sorgen für Flexibilität, Balance und Koordination, während deine Muskelkraft gestärkt wird.

Der Fokus liegt auf den Herzöffner-Übungen, die teilweise sogar richtig akrobatisch sind, und auf einem positiven philosophischen Yoga-Thema. Ein erhebender und fließender Stil des Yoga. In jedem Fall wirst du befreit und strahlend aus der Stunde gehen.

Bikram Yoga

Dieser Yoga-Stil wird auch „Hot-Yoga“ genannt und wurde 1973 von Bikram Choudhury entwickelt. Geübt werden 26 Yoga-Haltungen und zwei Atemübungen in der stets gleichen Reihenfolge bei mindestens 38 Grad Raumtemperatur. Perfekt für Yogis mit einem stabilen Kreislauf, die Hitze gut vertragen und eine körperlich anspruchsvolle Klasse wollen.

Viele Bikram-Yogis behaupten, es sei eine süchtig machende Praxis. Leicht gekleidet und mit ausreichend Wasser und einem großen Handtuch ausgestattet, bist du gut gewappnet für die Stunde.

Jivamukti Yoga

Entwickelt 1984 von Sharon und David Life im berühmten New York City Studio.

Mehr Lebensstil als nur eine Form von Übung. Jivamukti mixt im Unterricht anspruchsvolle Yoga-Haltungen mit Musik und spirituellen Elementen. Spricht besonders Großstädter und Sinnsuchende, Veganer und Vegetarier an.

Der Fokus ruht auf Mitgefühl und Freundlichkeit für alle Wesen, die Hauptlehren handeln von Tierrechten und Umweltschutz.

Eine typische Klasse folgt einem Thema aus dem „Fokus des Monats“, der durch Musik, Gesang, Meditation oder Atemübungen erlebt wird. Die Praxis ist intensiv und fließend und fördert einen gesünderen und freundlicheren Lebensstil.

Kundalini Yoga

Yogi Bhajan brachte 1968 Kundalini-Yoga in den Westen. Obwohl alle Yoga-Stile einen spirituellen Kern haben, ist Kundalini eine der Schule mit dem stärksten Fokus auf Spiritualität und Achtsamkeit. Für Menschen, die eine tiefere spirituelle Erfahrung suchen. Du kannst unabhängig von Alter, Fitness und Erfahrung beginnen.

Das Ziel ist die Kundalini-Energie – das schlafende Bewusstsein – zu erwecken. In den Stunden wird gehüpft, gesungen, gekeucht, gewippt, aber auch still gesessen, was Verkalkungen vorbeugt und Rückenschmerzen beheben kann. Hilft auch gegen Stress und Schlaflosigkeit. Lehrer und Schüler tragen häufig weiße Kleidung, um Licht und Göttlichkeit zu nähren. Man sagt, dieser Yoga-Stil führe am Schnellsten zur Erleuchtung.

Power Yoga

Entwickelt wurde dieser Stil in den USA von Bryan Kest und Beryl Bender Birch in den 1980er Jahren. 

Eine körperlich anspruchsvolle und fitness-orientierte Praxis, basierend auf Ashtnga Yoga – aber viel flippiger. Bewegungsabläufe und Atemtechnik sind an die Schüller angepasst und das Ziel ist, Geist und Körper herauszufordern und zu entspannen. Sowohl Körperkraft, Beweglichkeit wie auch Balance werden in den dynamischen Klassen trainiert. Meist von positiver Musik begleitet, wirst du bei regelmäßigem Üben ins Schwitzen kommen, Gewicht verlieren und eine gute Wirkung auf deine Herz-Kreislauf-Zirkulation erleben. Es ist von Vorteil, wenn du bereits Yoga-Erfahrung gesammelt hast.

Restorvatives Yoga

Bereits 1971 entwickelt von der amerikanischen Physiotherapeutin Judith Hanson Lasater. In einer Klasse werden in der Regel nur eine handvoll Haltungen abgehalten, dafür mit Hilfsmitteln wie Kissen und Decken gearbeitet, um unnötige Belastung zu vermeiden. Gedimmtes Licht und ruhige Musik ermöglichen es dem Schüler, loszulassen und sich komplett zu entspannen. Körper und Geist können in den passiven Haltungen heilen. Einzelne Asanas werden bis zu 20 Minuten gehalten. Das beruhigt den Körper und kann die Herzfrequenz und den Blutdruck senken.

Dieser Stil eignet sich auch für Leute mit Krankheiten und Verletzungen zur Rehabilitation. 

Yin Yoga

Die Geschichte des Yin Yoga beginnt mit Paulie Zink aus Montana, einem Kung-Fu-Meister, in den späten 1970ern.

Ein passiver, langsamer Stil, der sich auf sitzende und liegende Haltungen konzentriert, die für 2 bis 20 Minuten gehalten werden. Anstatt die Muskeln zu stärken (Yang), zielt dieser Übungsstil auf das tiefe Gewebe, die Faszien und das Bindegewebe (Yin), ab. 

Es kann zu Beginn für Körper und Geist schwierig sein, für längere Zeit in einer Haltung zu verweilen. Beginne einfach mit einer Minute und verlängere allmählich die Dauer.

Dieser Yoga-Stil eignet sich hervorragend als Straßprophylaxe für aktive Menschen und ergänzend zu Sportarten wie Laufen oder Radfahren.

Yoga Nidra

Die Methode von Swami Satyananda Saraswati gründet auf altem tantrischen Wissen. Die Übungen sind unseren heutigen Bedürfnissen angepasst und können alter,- kultur- und religionsunabhängig angewendet. In den Klassen bewegt man sich kaum, soll achtsam bleiben und kein Nickerchen währenddessen abhalten. 

Das Ziel ist der sogenannte Alpha-Zustand, die tiefe vollkommene Entspannung zwischen Wachen und Schlafen, um frei zu sein von Ängsten, Sorgen, Problemen, Streß und Überforderung. Dieser Zustand soll wikungsvoller und wohltuender sein als der normale Schlaf, zudem viele Störungen und Krankheiten heilen. Auch kann er die Pforte zu einer höheren Bewußtseinsebene sein und den Kontakt zur Quelle der Selbsterkenntnis herstellen. 

Klassisches Yoga kennt keinen Yoga Stil. Die klassischen Yoga-Schriften kennen die westlich geprägte Yoga-Klassifizierungen nicht, sondern beschreiben vier große Yoga-Wege, die uns Praktizierenden helfen, Befreiung zu erzielen.

Im Westen versteht man unter „Yoga“ vor allem „Hatha Yoga“. Viel älter sind die vier großen Yoga-Wege, die ich oben genannt habe. 

Letztendlich haben alle Yoga-Wege das gleiche Ziel, unterscheiden sich aber deutlich in ihren Methoden.

So kann jeder für sich das Passende finden.

 

 

 

Quelle: „MEIN YOGA KALDENDER 2018“